Als Wood-and-Canvas Canoes werden Kanus bezeichnet, die aus Holzspanten und Planken gebaut werden. (Wood) Um die Boote abzudichten wird eine Bespannung aus Segeltuch vorgenommen. (Canvas) Die Bespannung wird mit einem Filler, zu vergleichen mit flüssigem Fensterkitt, imprägniert.
Diese Art von Booten ersetzten gegen Ende des 19. Jahrhundert die indianischen Birkenrindenkanus.

In diesem Blog wird über Fahrten mit Wood Canvas Canvas berichtet, aber nicht ausschließlich. Teilweise finden sich auch Themen zu Reparaturarbeiten, aber auch Berichte über Fahrten mit Kanus im Allgemeinen. Im Blog-Achiv kann zurück geblättert werden. In den Themen kann nach Labels sortiert werden. Der Rest sollte sich eigentlich selbst erklären.

Ich schreibe hier mittlerweile nur noch sporadisch, bzw. ich verlinke meist zu meinem Blog auf wood-and-canvas.de

Sonntag, 17. November 2013

Flussfahrt mit Kürbis

Heute sind wir einen Abschnitt auf dem Neckar gefahren, den ich noch nicht kannte.
Ein relativ kurzes Stück, von Wendlingen bis Plochingen. Der Wasserstand war üppig, die Schwälle spritzig. Leider hatten wir ziemlichen Hochnebel, es wurde eigentlich den ganzen Tag nicht richtig hell. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch. Wir fuhren fleissig jedes gebotene Kehrwasser an und nutzten viele der stehenden Wellen zum Surfen, mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg. In einem Kehrwasser fand ich einen ca. 10 kg schweren Laternenkürbis, den wohl das letzte Hochwasser irgendwo mitgenommen hatte. Ich packte ihn gleich ein, wozu hat man denn einen Kanadier. Das gekullere, jedes mal, wenn ich in ein Kehrwasser fuhr ging mir dann aber irgendwann auf den Wecker und ich warf den Kürbis über Bord. Ich bugsierte ihn noch ein wenig neben mir her, verlor dann aber das Interesse. Stefan hatte augenscheinlich nur darauf gewartet, denn kaum das ich von dem Kürbis abließ, packte er ihn in sein Boot. Er hat ja auch einen Kanadier. Er hat ihn mit nach Hause genommen und wird vermutlich eine Kürbislaterne daraus machen, das ist nur konsequent, denn schliesslich ist es ja ein Laternenkürbis.


Freitag, 25. Oktober 2013

Nasse Hose

Ich habe es schon wieder gemacht. 
Im heutigen Freitagstraining bin ich mit Axel hinauf zum Blockwurf gefahren. Da am Kraftwerk wohl immer noch gearbeitet wird, läuft alles Wasser im ursprünglichen Flusslauf. Das bedeutet, dass auch bei einem etwas niedrigeren Pegel immer noch genug Wasser auf dem Blockwurf ist um ihn zu befahren. Zu erst surfte ich ein Wenig in der Welle unterhalb der zweiten Stufe herum. Dann kam ich auf die Idee das Boot hinauf zu tragen und den Schwall runter zu fahren. 
Axel, der im Laminat-Boot unterwegs war bot sich an das Ganze zu dokumentieren

Also gesagt, getan. Ausgestiegen, Paddel im Boot verstaut, Boot auf die Schultern und hochgetragen. Der Einstieg, kein Problem, ein Bisschen feuchte Wiese, Brennnesseln und Matsch. Ein Bein am Ufer, eines im Boot. Klassisch, das Boot legt ab, das zweite Bein immer noch am Ufer. Die Distanz wird zu groß, ein Bein im Boot, das andere bis zur Hüfte im Wasser. Idiot, die Stiefel hätte ich auch zu Hause lassen können bei so einer Aktion. Die Rettung, ein beherzter Griff in die Brennnesseln, hochgedrückt und rein ins Boot. 

Super, fast kein Wasser im Boot, dafür im Stiefel. 

Dann Einschlingen und der kurze Ritt den Schwall hinunter. Prima, kein Wasser übergenommen, nass bin ich trotzdem.


 
Matthias im Prospector from Toolboxafloat on Vimeo.

Es gibt kein schlechtes Wetter


Eigentlich war für die Fahrt ja schönstes Herbstwetter geplant. Als wir am Morgen in Tübingen am Bootshaus losfuhren sah es auch eigentlich ganz vielversprechend aus. Je näher wir jedoch unserem Einsatzpunkt an der Enz kamen, desto mehr regnete es. Also angesagt war das schon, Nieselregen hatte es geheißen. Nieselregen ist doof, das wollen wir nicht, hatte Rolf noch auf der Hinfahrt im Auto zu mir gesagt. Es war dann ja auch kein Nieselregen..... Weiter lesen

Dienstag, 1. Oktober 2013

Anpaddeln

Heute ist der 1. Oktober. Da am 30.September die offizielle Kanusaison zu Ende geht, war also heute Anpaddeln. Weiter ....

Sonntag, 29. September 2013

Flossbau


Als ich heute mit dem Rad zum Bootshaus fuhr, sah ich dass am linken Neckarufer, kurz unter dem Gelände der Paddelfreunde, Flossbauarbeiten im Gange waren. Ich hatte schon in der Zeitung von diese Aktion gelesen, es aber wieder vergessen gehabt. Das Floss hatte eine beachtliche Länge und als ich ein paar Minuten später im Boot daran entlang trieb, machte ich natürlich eifrig Fotos. Mehr....

Montag, 23. September 2013

2. Sicherheitstreffen in Tübingen


sicherheitstraining2013#2Wie schon im letzten Jahr hat Axel das Sicherheitstraining organisiert. Das Wetter war vorbildlich, die Zahl der Teilnehmer gestiegen, wie leider auch der Pegel des Neckars. Bereits am Freitag reisten die ersten Teilnehmer an. Axel hatte sein Zelt schon am Bootshaus stehen und ich habe aus ästhetischen Beweggründen mein Boot daneben gelegt, für ein Foto. Eigentlich hatte ich es nur aus dem Bootshaus geholt um die Auftriebskörper reinzubinden.

Axel hatte wegen des hohen Neckarpegels, der allerdings schon gut am sinken war, das Programm etwas umgestellt. Die ursprünglich für Sonntag vorgesehenen Kenter- und Wiedereinstiegsübungen fanden nun am Samstag statt. Wir hatten die Hoffnung, dass der Wasserstand soweit sinken würde, dass wir unterhalb des kleinen Blockwurfes dann am Sonntag mit diversen Booten Verklemmunfälle simulieren könnten. Zuerst fanden aber ein Austausch zum   Thema Rettungsmaterial und  anschliessend Wurfsackübungen auf dem Bootshausgelände statt.
Nach einer gemütlichen Mittagspause paddelten wir dann gekleidet in Neopren oder Trockenanzüge hinunter in die Stadt. Angelockt vom schönen Wetter waren unzählige Stocherkähne auf dem Linken Arm des Neckars unterwegs und wir absolvierten einen regelrechten Slalom zwischen ihnen hindurch. Gegenüber der Steinlachmündung vor der Jugendherberge von Tübingen fanden dann unsere Kenterübungen statt. Es wurden verschiedene Techniken angewandt und ausprobiert um die Boote erstens wieder leer zu bekommen und zweitens wieder einzusteigen. Mit den Tandembooten klappte es zum Beispiel sehr gut via Capistrano Flip das Boot zu entleeren und dann der Wechselseitige Wiedereinstieg, wobei der Tandempartner natürlich durch entsprechende Gewichtsverlagerung dafür sorgen musste, dass das Boot nicht wieder umkippte.
sicherheitstraining2013#1Ich war im Soloboot unterwegs und versuchte ebenfalls das Boot zuerst mittels Capistrano Flipp zu entleeren, was mir jedoch nicht gelang. Ich versuchte es darauf per "Ausschütteln", also einer ruckartigen Bewegung des Bootes zu Seite hin, verursacht dadurch das ich rechtwinklig zum Boot schwamm und mit beiden Händen das Boot kräftig von mir weg stieß und gleichzeitig den mir zugewandten Süllrand nach unten drückte.
Das Wasser schwappt auf diese Art auf der einen Seite aus dem Boot, durch die kräftige Seitwärtsbewegung und das leichte Aufkanten bekommt es etwas Auftrieb. Am Anfang geht das langsam und man hat erst ein mal das Gefühl es klappt nicht. Wenn man aber durchhält ist das Boot tatsächlich innerhalb 30 Sekunden leer. Den Wiedereinstieg alleine habe ich gar nicht erst probiert, da mich mein in Schweden verletzter Fuss immer noch beeinträchtigt. Ich ließ mir von Theo helfen der auf einer Seite einfach den Süllrand festhielt, während ich auf den anderen Seite ins Boot kletterte. Das mit dem Ausschütteln geht vermutlich nicht mit jeder Bootsform gleich gut, aber mein Gerrish scheint das schon geeignet zu sein. Mit einem Boot mit Tumblehome geht es vermutlich überhaupt nicht.
Nach dem dann alle Boote gewässert und wir gut gebadet waren machten wir uns gemeinsam auf den Weg zurück, gegen den Strom zum Bootshaus, um nach einer ausgedehnten Pause und nun wieder trocken, erneut in die Stadt hinunter zu paddeln, diesmal in den Biergarten.
sicherheitstraining2013#3Am Sonntag stand nach dem Frühstück erst mal wieder Technik auf dem Programm. Wolfgang, der als Baumpfleger arbeitet und daher sehr viel Ahnung von Seilen, Knoten, Karabiner und Rollen hat, hatte ein sehr ansehnliches Repertoire an Material dabei und stellte dies vor. Mich beeindruckte vor allem, der Karabiner mit der kleinen integrierten Rolle, da damit der Platzverbrauch der Sicherheitsausrüstung sehr reduziert werden kann. Wolfgang erläuterte auch noch ein mal den Aufbau des Flaschenzuges und zeigte Knoten wie Palsteg oder den Doppelten Spierenstich, für diejenigen die sie noch nicht kannten, oder vergessen hatten wie sie gehen.
sicherheitstraining2013#5Als dann die Sonne anfing uns zu wärmen machten wir uns auf den Weg zur Blockwurfschwelle um Schiffchenversenken zu spielen. Dies zeigte sich jedoch als recht schwierig da die Steine an denen die Boote verklemmen sollten teilweise zu stark überspült waren. Es klappte jedoch ein paar mal und wir versuchten auf unterschiedliche Heran-gehensweisen die Boote zu bergen. Es wurde auch gewatet, alleine und in Gruppen und auch die Wurfsäcke wurden benötigt, denn bei diesem Wasserstand zu Fuss den Fluss zu überqueren war doch schwieriger als erwartet. Es zeigte sich auch, dass das Wurfsackwerfen unter "Laborbedingungen" etwas anderes ist, als in freier Wildbahn.
Allen waren sich einig, das muss mehr geübt werden.
Auf Axels Paddelblog gibt es natürlich auch einen Bericht, er war wie immer schneller als ich. :)


Mittwoch, 28. August 2013

Tagestour im Munkeland


Am südlichen Rand des Dalsland, Nord-östlich von Uddevalla liegt der Ort Munkedal.
Am Ortsausgang Richtung Ödeborg gibt es einen kleinen Kanuverleih, an einem recht überschaubar scheinendem See. Der kleine See ist über einen schluchtartigen Kanal mit einem Größeren verbunden, dieser über einen kleinen Fluss mit dem nächsten … Wie im Dalsland also üblich ein kleines Seensystem. Der Betreiber der Kanustation gab mir bereitwillig Auskunft über die Gewässer und auch die Übernachtungsplätze, obwohl ich ihm gleich gesagt hatte, ich plane eine Tagestour im eigenen Boot. Mehr noch sagte er ich solle ruhig an seinem Steg einsteigen. Das kam mir natürlich mit meinem lädierten Fussgelenk sehr entgegen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERASo machte ich mich also am Tag darauf mit Lorenz zusammen auf den Weg, wenigsten einen kleinen Teil des Seensystems Flottarleden zu erforschen. Um uns einzupaddeln drehten wir zunächst eine kleine Runde auf dem See an dem die Kanuzentrale liegt, um dann den schmalen Eingang zum Kanal zu suchen. Kanal hört sich ja eigentlich sehr technisch an, was dieser natürlich nicht ist. Am Ufer entdeckten wir bald einen Wanderweg, den Bohusleden, der bald mittels einer kühnen Brücke unseren Weg kreuzte. Der Kanal weitete sich immer wieder, dann wurde er wieder schmal, Felsen lagen im Wasser. Wir hatten etwas Wind, und so waren wir froh, in einer geschützten Schlucht zu paddeln. Nach einer Weile traten die Felsen zurück und wir verliessen den Kanal, der jetzt eher wie ein schilfgesäumter Fluss anmutete.  Zwei Jungs in einem kleinen Motorboot überholten uns, also doch nicht so weit von der Zivilisation entfernt wie wir uns fühlten.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm Ufer ein grasendes Pferd, dem es wohl nicht passte dass wir Fotos von ihm machten. Beim Näherkommen drehte es uns seine Rückseite zu und verschwand in einem Birkenwäldchen. Mittagspause machten wir bei einem Rastplatz mit Feuerstelle bei dem allerdings auch ein paar blaue Müllsäcke rumstanden, wohl Überreste einer Party. Wir verzogen uns auf die Felsen über dem Ufer und drehten der Zivilisation den Rücken zu.
Da wir uns nun auf dem etwas größeren See namens Viksjön befanden, hatten wir etwas mehr mit dem Wind zu kämpfen. Jedoch suchten wir uns eine günstige Route am nördlichen Ufer bis zur Mündung des kleinen Flüsschens über welches man den zweiten See, den Ellensjön erreichen könnte.
OLYMPUS DIGITAL CAMERADa wir aber mit Anke und Jolanda an der Kanuzentrale verabredet waren, fuhren wir nur ca. 1,5 Kilometer in den Fluss hinein und beschlossen dann umzudrehen, da wir nicht wussten wie viel Zeit der Rückweg in Anspruch nehmen würde. Wieder zurück auf dem Viksjön blies uns auch wieder der Wind ins Gesicht. Diesmal suchten wir aber nicht so sehr den Schutz der Ufer, sondern fuhren quer über den See auf die nächste Landspitze zu. Wir waren erstaunt wie schnell wir voran kamen. Die Maßstäbe sind irgendwie ganz andere, alles erscheint größer und weiter. Mir ging es jedenfalls so. Da wir gut in der Zeit lagen machten wir auf einem Felsplateau mit ein paar selbst gebastelten Holzbänken und einer sicherlich illegal angelegten Feuerstelle, noch ein mal Pause. Auch hier versuchten wir die Zeichen der Zivilisation so gut wie möglich zu ignorieren. Als wir den See verliessen, begegneten uns ein paar Kanuten in Alukanadiern, die morgens, als wir von der Kanustation ablegten gerade dabei waren die Boote auszuleihen. Was hatten die wohl gemacht, in der Zwischenzeit? Vielleicht hatten sie eine sehr ausführliche Einweisung erhalten. Da sie aber ständig beim Paddeln die Seite wechselten und trotzdem einen Zickzackkurs fuhren, war das wohl eher nicht der Fall gewesen. Wahrscheinlich hatten sie sich nur ordentlich Zeit gelassen. Wir grüßten freundlich und zogen unserer Wege.OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Kurz vor dem kleinen See an der die Kanuzentrale liegt, noch in der Schlucht unternahm Lorenz noch eine Kletterpartie auf den Felsen im Fluss. Wir drehten dann zum Abschluss noch mal eine Runde auf dem kleinen See bei der Kanuzentrale, so zusagen als Abschluss unserer Tour. Dazu fuhren wir gegen den Wind bis an das nördliche Ende und liessen uns dann vom Wind wieder nach Süden schieben. Am südlichen Ende angekommen bogen wir um eine kleine Landzunge und waren an unserem Start- und Zielpunkt angelangt. Wir waren gerade dabei das Boot leer zu räumen, als es der Kies auf dem Parkplatz knirschte und unser Abholservice eintraf. Das nennt man Timing, ein hoch auf die Zivilisation, mit all ihren Vor- und Nachteilen. :)