Als Wood-and-Canvas Canoes werden Kanus bezeichnet, die aus Holzspanten und Planken gebaut werden. (Wood) Um die Boote abzudichten wird eine Bespannung aus Segeltuch vorgenommen. (Canvas) Die Bespannung wird mit einem Filler, zu vergleichen mit flüssigem Fensterkitt, imprägniert.
Diese Art von Booten ersetzten gegen Ende des 19. Jahrhundert die indianischen Birkenrindenkanus.

In diesem Blog wird über Fahrten mit Wood Canvas Canvas berichtet, aber nicht ausschließlich. Teilweise finden sich auch Themen zu Reparaturarbeiten, aber auch Berichte über Fahrten mit Kanus im Allgemeinen. Im Blog-Achiv kann zurück geblättert werden. In den Themen kann nach Labels sortiert werden. Der Rest sollte sich eigentlich selbst erklären.

Ich schreibe hier mittlerweile nur noch sporadisch, bzw. ich verlinke meist zu meinem Blog auf wood-and-canvas.de

Montag, 23. September 2013

2. Sicherheitstreffen in Tübingen


sicherheitstraining2013#2Wie schon im letzten Jahr hat Axel das Sicherheitstraining organisiert. Das Wetter war vorbildlich, die Zahl der Teilnehmer gestiegen, wie leider auch der Pegel des Neckars. Bereits am Freitag reisten die ersten Teilnehmer an. Axel hatte sein Zelt schon am Bootshaus stehen und ich habe aus ästhetischen Beweggründen mein Boot daneben gelegt, für ein Foto. Eigentlich hatte ich es nur aus dem Bootshaus geholt um die Auftriebskörper reinzubinden.

Axel hatte wegen des hohen Neckarpegels, der allerdings schon gut am sinken war, das Programm etwas umgestellt. Die ursprünglich für Sonntag vorgesehenen Kenter- und Wiedereinstiegsübungen fanden nun am Samstag statt. Wir hatten die Hoffnung, dass der Wasserstand soweit sinken würde, dass wir unterhalb des kleinen Blockwurfes dann am Sonntag mit diversen Booten Verklemmunfälle simulieren könnten. Zuerst fanden aber ein Austausch zum   Thema Rettungsmaterial und  anschliessend Wurfsackübungen auf dem Bootshausgelände statt.
Nach einer gemütlichen Mittagspause paddelten wir dann gekleidet in Neopren oder Trockenanzüge hinunter in die Stadt. Angelockt vom schönen Wetter waren unzählige Stocherkähne auf dem Linken Arm des Neckars unterwegs und wir absolvierten einen regelrechten Slalom zwischen ihnen hindurch. Gegenüber der Steinlachmündung vor der Jugendherberge von Tübingen fanden dann unsere Kenterübungen statt. Es wurden verschiedene Techniken angewandt und ausprobiert um die Boote erstens wieder leer zu bekommen und zweitens wieder einzusteigen. Mit den Tandembooten klappte es zum Beispiel sehr gut via Capistrano Flip das Boot zu entleeren und dann der Wechselseitige Wiedereinstieg, wobei der Tandempartner natürlich durch entsprechende Gewichtsverlagerung dafür sorgen musste, dass das Boot nicht wieder umkippte.
sicherheitstraining2013#1Ich war im Soloboot unterwegs und versuchte ebenfalls das Boot zuerst mittels Capistrano Flipp zu entleeren, was mir jedoch nicht gelang. Ich versuchte es darauf per "Ausschütteln", also einer ruckartigen Bewegung des Bootes zu Seite hin, verursacht dadurch das ich rechtwinklig zum Boot schwamm und mit beiden Händen das Boot kräftig von mir weg stieß und gleichzeitig den mir zugewandten Süllrand nach unten drückte.
Das Wasser schwappt auf diese Art auf der einen Seite aus dem Boot, durch die kräftige Seitwärtsbewegung und das leichte Aufkanten bekommt es etwas Auftrieb. Am Anfang geht das langsam und man hat erst ein mal das Gefühl es klappt nicht. Wenn man aber durchhält ist das Boot tatsächlich innerhalb 30 Sekunden leer. Den Wiedereinstieg alleine habe ich gar nicht erst probiert, da mich mein in Schweden verletzter Fuss immer noch beeinträchtigt. Ich ließ mir von Theo helfen der auf einer Seite einfach den Süllrand festhielt, während ich auf den anderen Seite ins Boot kletterte. Das mit dem Ausschütteln geht vermutlich nicht mit jeder Bootsform gleich gut, aber mein Gerrish scheint das schon geeignet zu sein. Mit einem Boot mit Tumblehome geht es vermutlich überhaupt nicht.
Nach dem dann alle Boote gewässert und wir gut gebadet waren machten wir uns gemeinsam auf den Weg zurück, gegen den Strom zum Bootshaus, um nach einer ausgedehnten Pause und nun wieder trocken, erneut in die Stadt hinunter zu paddeln, diesmal in den Biergarten.
sicherheitstraining2013#3Am Sonntag stand nach dem Frühstück erst mal wieder Technik auf dem Programm. Wolfgang, der als Baumpfleger arbeitet und daher sehr viel Ahnung von Seilen, Knoten, Karabiner und Rollen hat, hatte ein sehr ansehnliches Repertoire an Material dabei und stellte dies vor. Mich beeindruckte vor allem, der Karabiner mit der kleinen integrierten Rolle, da damit der Platzverbrauch der Sicherheitsausrüstung sehr reduziert werden kann. Wolfgang erläuterte auch noch ein mal den Aufbau des Flaschenzuges und zeigte Knoten wie Palsteg oder den Doppelten Spierenstich, für diejenigen die sie noch nicht kannten, oder vergessen hatten wie sie gehen.
sicherheitstraining2013#5Als dann die Sonne anfing uns zu wärmen machten wir uns auf den Weg zur Blockwurfschwelle um Schiffchenversenken zu spielen. Dies zeigte sich jedoch als recht schwierig da die Steine an denen die Boote verklemmen sollten teilweise zu stark überspült waren. Es klappte jedoch ein paar mal und wir versuchten auf unterschiedliche Heran-gehensweisen die Boote zu bergen. Es wurde auch gewatet, alleine und in Gruppen und auch die Wurfsäcke wurden benötigt, denn bei diesem Wasserstand zu Fuss den Fluss zu überqueren war doch schwieriger als erwartet. Es zeigte sich auch, dass das Wurfsackwerfen unter "Laborbedingungen" etwas anderes ist, als in freier Wildbahn.
Allen waren sich einig, das muss mehr geübt werden.
Auf Axels Paddelblog gibt es natürlich auch einen Bericht, er war wie immer schneller als ich. :)


Mittwoch, 28. August 2013

Tagestour im Munkeland


Am südlichen Rand des Dalsland, Nord-östlich von Uddevalla liegt der Ort Munkedal.
Am Ortsausgang Richtung Ödeborg gibt es einen kleinen Kanuverleih, an einem recht überschaubar scheinendem See. Der kleine See ist über einen schluchtartigen Kanal mit einem Größeren verbunden, dieser über einen kleinen Fluss mit dem nächsten … Wie im Dalsland also üblich ein kleines Seensystem. Der Betreiber der Kanustation gab mir bereitwillig Auskunft über die Gewässer und auch die Übernachtungsplätze, obwohl ich ihm gleich gesagt hatte, ich plane eine Tagestour im eigenen Boot. Mehr noch sagte er ich solle ruhig an seinem Steg einsteigen. Das kam mir natürlich mit meinem lädierten Fussgelenk sehr entgegen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERASo machte ich mich also am Tag darauf mit Lorenz zusammen auf den Weg, wenigsten einen kleinen Teil des Seensystems Flottarleden zu erforschen. Um uns einzupaddeln drehten wir zunächst eine kleine Runde auf dem See an dem die Kanuzentrale liegt, um dann den schmalen Eingang zum Kanal zu suchen. Kanal hört sich ja eigentlich sehr technisch an, was dieser natürlich nicht ist. Am Ufer entdeckten wir bald einen Wanderweg, den Bohusleden, der bald mittels einer kühnen Brücke unseren Weg kreuzte. Der Kanal weitete sich immer wieder, dann wurde er wieder schmal, Felsen lagen im Wasser. Wir hatten etwas Wind, und so waren wir froh, in einer geschützten Schlucht zu paddeln. Nach einer Weile traten die Felsen zurück und wir verliessen den Kanal, der jetzt eher wie ein schilfgesäumter Fluss anmutete.  Zwei Jungs in einem kleinen Motorboot überholten uns, also doch nicht so weit von der Zivilisation entfernt wie wir uns fühlten.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm Ufer ein grasendes Pferd, dem es wohl nicht passte dass wir Fotos von ihm machten. Beim Näherkommen drehte es uns seine Rückseite zu und verschwand in einem Birkenwäldchen. Mittagspause machten wir bei einem Rastplatz mit Feuerstelle bei dem allerdings auch ein paar blaue Müllsäcke rumstanden, wohl Überreste einer Party. Wir verzogen uns auf die Felsen über dem Ufer und drehten der Zivilisation den Rücken zu.
Da wir uns nun auf dem etwas größeren See namens Viksjön befanden, hatten wir etwas mehr mit dem Wind zu kämpfen. Jedoch suchten wir uns eine günstige Route am nördlichen Ufer bis zur Mündung des kleinen Flüsschens über welches man den zweiten See, den Ellensjön erreichen könnte.
OLYMPUS DIGITAL CAMERADa wir aber mit Anke und Jolanda an der Kanuzentrale verabredet waren, fuhren wir nur ca. 1,5 Kilometer in den Fluss hinein und beschlossen dann umzudrehen, da wir nicht wussten wie viel Zeit der Rückweg in Anspruch nehmen würde. Wieder zurück auf dem Viksjön blies uns auch wieder der Wind ins Gesicht. Diesmal suchten wir aber nicht so sehr den Schutz der Ufer, sondern fuhren quer über den See auf die nächste Landspitze zu. Wir waren erstaunt wie schnell wir voran kamen. Die Maßstäbe sind irgendwie ganz andere, alles erscheint größer und weiter. Mir ging es jedenfalls so. Da wir gut in der Zeit lagen machten wir auf einem Felsplateau mit ein paar selbst gebastelten Holzbänken und einer sicherlich illegal angelegten Feuerstelle, noch ein mal Pause. Auch hier versuchten wir die Zeichen der Zivilisation so gut wie möglich zu ignorieren. Als wir den See verliessen, begegneten uns ein paar Kanuten in Alukanadiern, die morgens, als wir von der Kanustation ablegten gerade dabei waren die Boote auszuleihen. Was hatten die wohl gemacht, in der Zwischenzeit? Vielleicht hatten sie eine sehr ausführliche Einweisung erhalten. Da sie aber ständig beim Paddeln die Seite wechselten und trotzdem einen Zickzackkurs fuhren, war das wohl eher nicht der Fall gewesen. Wahrscheinlich hatten sie sich nur ordentlich Zeit gelassen. Wir grüßten freundlich und zogen unserer Wege.OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Kurz vor dem kleinen See an der die Kanuzentrale liegt, noch in der Schlucht unternahm Lorenz noch eine Kletterpartie auf den Felsen im Fluss. Wir drehten dann zum Abschluss noch mal eine Runde auf dem kleinen See bei der Kanuzentrale, so zusagen als Abschluss unserer Tour. Dazu fuhren wir gegen den Wind bis an das nördliche Ende und liessen uns dann vom Wind wieder nach Süden schieben. Am südlichen Ende angekommen bogen wir um eine kleine Landzunge und waren an unserem Start- und Zielpunkt angelangt. Wir waren gerade dabei das Boot leer zu räumen, als es der Kies auf dem Parkplatz knirschte und unser Abholservice eintraf. Das nennt man Timing, ein hoch auf die Zivilisation, mit all ihren Vor- und Nachteilen. :)

Sonntag, 25. August 2013

Schwedenurlaub


Eigentlich wollten wir auf unserer Schwedentour eine Mehrtagesfahrt im Dalsland unternehmen. Deswegen hatte ich auch das große Boot, den September aufgeladen. Aber es sollte anders kommen.
Am fünften Tag unserer Reise, auf einer Wanderung über die Schären in der Gegend um Loftahammar, verlor ich kurz die Wegweiser aus den Augen und wir kamen vom Weg ab.
Bei der Suche nach der Richtung, passte ich dann noch einen Augenblick nicht auf, trat in ein Loch und kam ins Straucheln.
Ergebnis war ein dick anschwellender Knöchel und ein sehr schmerzhafter Rückweg von anderthalb Stunden zum Parkplatz.
An eine Mehrtägige Paddeltour war natürlich nicht mehr zu denken. Zum Glück war nichts gerissen, und nach dem der Knöchel erst blau, grün und fast schwarz wurde schwoll er auch wieder ab.
Nach zwei Tagen saß ich das nächste mal im Boot. Aber nur für eine kurze Runde auf dem Roxensee, nördlich von Linnköpping, an dem wir zwischenzeitlich gelandet waren.
Am problematischsten war das Aufladen des Bootes auf das Dach, die 43 Kilogramm. erst auf die Schultern und dann von hinten aufs Auto geschoben waren die ersten Tage echt schwer zu meistern.
Da wir jedoch alle zwei Tage den Standort wechselten blieb ich jedoch im Training und es ging von mal zu mal besser. Im Dalsland gefiel es uns nicht besonders, woran es lag konnten wir eigentlich nicht recht sagen. Zum Teil sicher an den sehr viel größeren Campingplätzen, am schlechter gewordenen Wetter und an einer relativ großen Anzahl von Menschen. Wir fanden dann aber doch noch einen kleinen sehr idyllischen Platz an einem kleinen See. Einen nonprofit Organisation betrieb den Platz, der um einen Alten Bauernhof angesiedelt war.
Unsere Route führte uns dann über die Westküste, bei Uddevalla nach Alingas in der Nähe von Göteborg und dann zurück noch mal ganz in den Süden bei Höör und zum Abschluss noch nach Malmö.
Bis auf in Malmö bot sich immer die Gelegenheit kleinere oder größere Tagestouren auf einem oder mehreren kleineren Seen zu unternehmen.

Sonntag, 14. Juli 2013

Hochrhein

Gestern war ich seit langem mal wieder mit Leonhard zusammen in einem Boot unterwegs.
Für die Vereinsfahrt des Kanu-Club Konstanz, deren Leitung ich auch übernommen hatte, hatten wir uns für Leonhards Wood-and-Canvas Prospector entschieden. Meinen Kunststoff-Prospektor hatte ich auch mit dabei, aber diesen hatte ich an Hannah und Jan von den Tübinger Paddelfreunden ausgeliehen.

Mehr zu lesen gibt es hier.


Sonntag, 23. Juni 2013

Sonntagsfahrt nach langer Pause


Nachdem ich nicht nur meine beiden Wood-and-Canvas Boote sondern auch den Prospector in letzter Zeit sträflich vernachlässigt hatte, habe ich nun endlich ein mal wieder Zeit gefunden aufs Wasser zugehen.
Woran lag es? Zum einen habe ich einfach etwas zu viel Arbeit die letzten Wochen und da war noch der Bodensee-Kanu-Marathon, in dessen Organ-Team ich ja seit Jahren mitwirke. Der fand nun letzen Samstag (15.6.) in Iznang statt.
Leider war die Beteiligung an Kanadierfahrern recht überschaubar, jedoch die die teilnahmen haben mich durchaus beeindruckt. Da waren zum einen Frank und Jens, sowie Volker und Oliver, die mit Zeiten von 4:25:42 und 4:43:35 auf der 42 km Strecke, aber vor allem viel mir ein C1 Fahrer auf der Halbmarathon-Strecke in seiner "Dachrinne" auf.
Respekt!
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Vielleicht halten diese Eindrücke an und Lorenz und ich melden uns für den nächsten Marathon wieder ein mal an, dann müssen halt andere mal wieder bei der Zeitnahme mit machen.
Nach dem wir dann am vergangenen Freitag im allgemeinen Training zwei Kanadier-Novizinnen ein paar grundlegende Dinge zum Kanadierpaddeln vermitteln durften, machte ich mich heute morgen auf, eine Runde um die Neckarinsel zu drehen, bevor der Fluss wieder von Stocherkähnen bevölkert wurde.
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Ich hatte herrliche Ausblicke auf die Hinterlassenschaften der Ausflügler des vergangenen Abend und auch der übliche Ärger mit dem Schwan beim Stadtwehr blieb nicht aus. Bei wolkigem und nicht zu heißen Wetter, aber aufkommenden Wind brauchte ich knapp eine Stunde für die rund 6 km. Nicht marathonverdächtig, aber immerhin habe ich mal wieder etwas bewegt.
Ich gelobe Besserung. :)

Donnerstag, 9. Mai 2013

Open Gunwales (2)

Heute habe ich die Arbeit an meinem Projekt fortgesetzt. Axel hatte mir gestern Abend die kleinen Decks, die ich an Bug und Heck zwischen die Innenweger einsetzten wollte auf seiner Bandsäge zugeschnitten. Ich hatte mir dafür vorgestern Schablonen angefertigt. Als ich heute morgen am Bootshaus testete ob sie passen, war ich überrascht wir gut das Erste passte. Ohne Nachbearbeitung fügte es sich fast nahtlos ein. Das Zweite musste ich etwas überarbeiten und auch etwas mit aus Holzleim und Sägemehl angerührtem Kitt nachhelfen.

Aber wie sagt der Schreiner? "Ohne Kitt schaff ich it!"

Dann habe ich mittels Bandschleifer (Danke fürs Ausleihen an Axel) die Süllränder und die Kante des Rumpfes eben geschliffen und das Holz mit Leinöl behandelt. Als ich einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis war, habe ich angefangen die Sitze und die Griffhölzer wieder zu montieren. Zum Schluss habe ich das Boot kurz gewässert um den ganzen Schleifstaub zu entfernen. Die schon geölten und geschliffenen Hölzer werden jetzt erst mal die Fasern wieder etwas aufstellen und am Samstag werde ich dann per Hand den letzten Schliff vornehmen. Bis jetzt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, der Aufwand hat sich gelohnt.

Samstag, 4. Mai 2013

Projekt Open Gunwales

Eigentlich wollte ich ja den Kuststoffprospector mit einem Holztrimm ausgerüstet haben.
Aber das Angebot im vergangenen Herbst war zu verlockend und so hatte das neue Boot halt einen Vinylsüllrand.
Jedoch ist es bei diesem geschlossenen System so, dass beim Entleeren des Bootes immer ein paar Liter Wasser im Boot bleiben.

Das bin ich von meinen Holz-Canvas Booten anders gewöhnt. Bedingt durch die Bauart ist der Süllrand oben offen. Eingeklemmt zwischen Innenweger, Beplankung und Aussenweger bilden die Enden der Spanten Distanzstücke, die das Wasser beim Umdrehen des Bootes komplett auslaufen lassen.
Ich hatte mir vorgenommen, die bei meinem Kunststoffboot zu simulieren, in dem ich auch einen Innenweher und einen Aussenweger anbringe, so wie auch bei Kunststoffbooten mit Holztrimm, jedoch zwischen Innenweger und Rumpf kleine Distanzklötzchen anbringe.

Klar, könnte man jetzt sagen der macht das der Optik wegen, weil er den Anblick des Kunststoffes nicht erträgt. Zum einen ist das ja auch so. Aber wie gerade beschrieben hat es ja auch einen praktischen Grund.

So ging ich also ans Werk. Das Holz, 5m Eschenleisten hatte ich schon vor Wochen besorgt, die Distanzklötzchen waren auch schon zugesägt. Zunächst musste der Vinylrand entfernt werden. Das hieß, Sitze und Twarts ausbauen, die Nieten herausbohren und dann den Rand vom Boot nehmen.

Das ging relativ schnell. Ich hatte die Leisten für die Aussenweger zu stark anfertigen lassen, da ich sie ursprünglich falzen wollte um den Rand des Rumpfes damit zu überdecken. Da war mir letztendlich doch zu aufwändig und ich teilte die Leiste der Aussenweger mit Axels Stichsäge, die er mir dankenswerter Weise sogar vorbeibrachte.

Nach dieser Vorbereitung konnte die Montage beginnen. Ich arbeitete von der Mitte aus. Ich fixierte zunächst den Innenweger, ein Distanzklötzchen und den Aussenweger mittels Schraubzwinge, um dann erst vorzubohren und dann jeweils die drei Bauteile durch den Bootsrumpf miteinander zu verschrauben.
Da der obere Rand nicht eben abgeschnitten war, der Hersteller hatte sich diese Arbeit erspart, da sowieso ein Vinylrand das Ganze überdecken sollte, hielt ich etwas Abstand von oben. Den Überstand würde ich dann später waagerecht abschneiden müssen.
Je weiter ich vorankam, zu den Enden des Bootes hin, desto weiter nach oben mussten die Leisten gebogen werden. Gegen Ende legte ich eine Leiste quer über das Boot und zog die beiden Holzleisten ebenfalls mittels Schraubzwingen nach oben, bevor ich sie befestigte. Die Arbeit zog sich den ganzen Samstag hin, gegen 18.00 Uhr waren beide Süllränder montiert. Die nächsten Tage werde ich das Boot jedoch nicht einsetzten können, die Feinheiten werden auch noch Zeit beanspruchen.