Als Wood-and-Canvas Canoes werden Kanus bezeichnet, die aus Holzspanten und Planken gebaut werden. (Wood) Um die Boote abzudichten wird eine Bespannung aus Segeltuch vorgenommen. (Canvas) Die Bespannung wird mit einem Filler, zu vergleichen mit flüssigem Fensterkitt, imprägniert.
Diese Art von Booten ersetzten gegen Ende des 19. Jahrhundert die indianischen Birkenrindenkanus.

In diesem Blog wird über Fahrten mit Wood Canvas Canvas berichtet, aber nicht ausschließlich. Teilweise finden sich auch Themen zu Reparaturarbeiten, aber auch Berichte über Fahrten mit Kanus im Allgemeinen. Im Blog-Achiv kann zurück geblättert werden. In den Themen kann nach Labels sortiert werden. Der Rest sollte sich eigentlich selbst erklären.

Ich schreibe hier mittlerweile nur noch sporadisch, bzw. ich verlinke meist zu meinem Blog auf wood-and-canvas.de

Sonntag, 25. August 2013

Schwedenurlaub


Eigentlich wollten wir auf unserer Schwedentour eine Mehrtagesfahrt im Dalsland unternehmen. Deswegen hatte ich auch das große Boot, den September aufgeladen. Aber es sollte anders kommen.
Am fünften Tag unserer Reise, auf einer Wanderung über die Schären in der Gegend um Loftahammar, verlor ich kurz die Wegweiser aus den Augen und wir kamen vom Weg ab.
Bei der Suche nach der Richtung, passte ich dann noch einen Augenblick nicht auf, trat in ein Loch und kam ins Straucheln.
Ergebnis war ein dick anschwellender Knöchel und ein sehr schmerzhafter Rückweg von anderthalb Stunden zum Parkplatz.
An eine Mehrtägige Paddeltour war natürlich nicht mehr zu denken. Zum Glück war nichts gerissen, und nach dem der Knöchel erst blau, grün und fast schwarz wurde schwoll er auch wieder ab.
Nach zwei Tagen saß ich das nächste mal im Boot. Aber nur für eine kurze Runde auf dem Roxensee, nördlich von Linnköpping, an dem wir zwischenzeitlich gelandet waren.
Am problematischsten war das Aufladen des Bootes auf das Dach, die 43 Kilogramm. erst auf die Schultern und dann von hinten aufs Auto geschoben waren die ersten Tage echt schwer zu meistern.
Da wir jedoch alle zwei Tage den Standort wechselten blieb ich jedoch im Training und es ging von mal zu mal besser. Im Dalsland gefiel es uns nicht besonders, woran es lag konnten wir eigentlich nicht recht sagen. Zum Teil sicher an den sehr viel größeren Campingplätzen, am schlechter gewordenen Wetter und an einer relativ großen Anzahl von Menschen. Wir fanden dann aber doch noch einen kleinen sehr idyllischen Platz an einem kleinen See. Einen nonprofit Organisation betrieb den Platz, der um einen Alten Bauernhof angesiedelt war.
Unsere Route führte uns dann über die Westküste, bei Uddevalla nach Alingas in der Nähe von Göteborg und dann zurück noch mal ganz in den Süden bei Höör und zum Abschluss noch nach Malmö.
Bis auf in Malmö bot sich immer die Gelegenheit kleinere oder größere Tagestouren auf einem oder mehreren kleineren Seen zu unternehmen.

Sonntag, 14. Juli 2013

Hochrhein

Gestern war ich seit langem mal wieder mit Leonhard zusammen in einem Boot unterwegs.
Für die Vereinsfahrt des Kanu-Club Konstanz, deren Leitung ich auch übernommen hatte, hatten wir uns für Leonhards Wood-and-Canvas Prospector entschieden. Meinen Kunststoff-Prospektor hatte ich auch mit dabei, aber diesen hatte ich an Hannah und Jan von den Tübinger Paddelfreunden ausgeliehen.

Mehr zu lesen gibt es hier.


Sonntag, 23. Juni 2013

Sonntagsfahrt nach langer Pause


Nachdem ich nicht nur meine beiden Wood-and-Canvas Boote sondern auch den Prospector in letzter Zeit sträflich vernachlässigt hatte, habe ich nun endlich ein mal wieder Zeit gefunden aufs Wasser zugehen.
Woran lag es? Zum einen habe ich einfach etwas zu viel Arbeit die letzten Wochen und da war noch der Bodensee-Kanu-Marathon, in dessen Organ-Team ich ja seit Jahren mitwirke. Der fand nun letzen Samstag (15.6.) in Iznang statt.
Leider war die Beteiligung an Kanadierfahrern recht überschaubar, jedoch die die teilnahmen haben mich durchaus beeindruckt. Da waren zum einen Frank und Jens, sowie Volker und Oliver, die mit Zeiten von 4:25:42 und 4:43:35 auf der 42 km Strecke, aber vor allem viel mir ein C1 Fahrer auf der Halbmarathon-Strecke in seiner "Dachrinne" auf.
Respekt!
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Vielleicht halten diese Eindrücke an und Lorenz und ich melden uns für den nächsten Marathon wieder ein mal an, dann müssen halt andere mal wieder bei der Zeitnahme mit machen.
Nach dem wir dann am vergangenen Freitag im allgemeinen Training zwei Kanadier-Novizinnen ein paar grundlegende Dinge zum Kanadierpaddeln vermitteln durften, machte ich mich heute morgen auf, eine Runde um die Neckarinsel zu drehen, bevor der Fluss wieder von Stocherkähnen bevölkert wurde.
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Ich hatte herrliche Ausblicke auf die Hinterlassenschaften der Ausflügler des vergangenen Abend und auch der übliche Ärger mit dem Schwan beim Stadtwehr blieb nicht aus. Bei wolkigem und nicht zu heißen Wetter, aber aufkommenden Wind brauchte ich knapp eine Stunde für die rund 6 km. Nicht marathonverdächtig, aber immerhin habe ich mal wieder etwas bewegt.
Ich gelobe Besserung. :)

Donnerstag, 9. Mai 2013

Open Gunwales (2)

Heute habe ich die Arbeit an meinem Projekt fortgesetzt. Axel hatte mir gestern Abend die kleinen Decks, die ich an Bug und Heck zwischen die Innenweger einsetzten wollte auf seiner Bandsäge zugeschnitten. Ich hatte mir dafür vorgestern Schablonen angefertigt. Als ich heute morgen am Bootshaus testete ob sie passen, war ich überrascht wir gut das Erste passte. Ohne Nachbearbeitung fügte es sich fast nahtlos ein. Das Zweite musste ich etwas überarbeiten und auch etwas mit aus Holzleim und Sägemehl angerührtem Kitt nachhelfen.

Aber wie sagt der Schreiner? "Ohne Kitt schaff ich it!"

Dann habe ich mittels Bandschleifer (Danke fürs Ausleihen an Axel) die Süllränder und die Kante des Rumpfes eben geschliffen und das Holz mit Leinöl behandelt. Als ich einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis war, habe ich angefangen die Sitze und die Griffhölzer wieder zu montieren. Zum Schluss habe ich das Boot kurz gewässert um den ganzen Schleifstaub zu entfernen. Die schon geölten und geschliffenen Hölzer werden jetzt erst mal die Fasern wieder etwas aufstellen und am Samstag werde ich dann per Hand den letzten Schliff vornehmen. Bis jetzt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, der Aufwand hat sich gelohnt.

Samstag, 4. Mai 2013

Projekt Open Gunwales

Eigentlich wollte ich ja den Kuststoffprospector mit einem Holztrimm ausgerüstet haben.
Aber das Angebot im vergangenen Herbst war zu verlockend und so hatte das neue Boot halt einen Vinylsüllrand.
Jedoch ist es bei diesem geschlossenen System so, dass beim Entleeren des Bootes immer ein paar Liter Wasser im Boot bleiben.

Das bin ich von meinen Holz-Canvas Booten anders gewöhnt. Bedingt durch die Bauart ist der Süllrand oben offen. Eingeklemmt zwischen Innenweger, Beplankung und Aussenweger bilden die Enden der Spanten Distanzstücke, die das Wasser beim Umdrehen des Bootes komplett auslaufen lassen.
Ich hatte mir vorgenommen, die bei meinem Kunststoffboot zu simulieren, in dem ich auch einen Innenweher und einen Aussenweger anbringe, so wie auch bei Kunststoffbooten mit Holztrimm, jedoch zwischen Innenweger und Rumpf kleine Distanzklötzchen anbringe.

Klar, könnte man jetzt sagen der macht das der Optik wegen, weil er den Anblick des Kunststoffes nicht erträgt. Zum einen ist das ja auch so. Aber wie gerade beschrieben hat es ja auch einen praktischen Grund.

So ging ich also ans Werk. Das Holz, 5m Eschenleisten hatte ich schon vor Wochen besorgt, die Distanzklötzchen waren auch schon zugesägt. Zunächst musste der Vinylrand entfernt werden. Das hieß, Sitze und Twarts ausbauen, die Nieten herausbohren und dann den Rand vom Boot nehmen.

Das ging relativ schnell. Ich hatte die Leisten für die Aussenweger zu stark anfertigen lassen, da ich sie ursprünglich falzen wollte um den Rand des Rumpfes damit zu überdecken. Da war mir letztendlich doch zu aufwändig und ich teilte die Leiste der Aussenweger mit Axels Stichsäge, die er mir dankenswerter Weise sogar vorbeibrachte.

Nach dieser Vorbereitung konnte die Montage beginnen. Ich arbeitete von der Mitte aus. Ich fixierte zunächst den Innenweger, ein Distanzklötzchen und den Aussenweger mittels Schraubzwinge, um dann erst vorzubohren und dann jeweils die drei Bauteile durch den Bootsrumpf miteinander zu verschrauben.
Da der obere Rand nicht eben abgeschnitten war, der Hersteller hatte sich diese Arbeit erspart, da sowieso ein Vinylrand das Ganze überdecken sollte, hielt ich etwas Abstand von oben. Den Überstand würde ich dann später waagerecht abschneiden müssen.
Je weiter ich vorankam, zu den Enden des Bootes hin, desto weiter nach oben mussten die Leisten gebogen werden. Gegen Ende legte ich eine Leiste quer über das Boot und zog die beiden Holzleisten ebenfalls mittels Schraubzwingen nach oben, bevor ich sie befestigte. Die Arbeit zog sich den ganzen Samstag hin, gegen 18.00 Uhr waren beide Süllränder montiert. Die nächsten Tage werde ich das Boot jedoch nicht einsetzten können, die Feinheiten werden auch noch Zeit beanspruchen.

Sonntag, 28. April 2013

Hausbach

Als Anwohner der Steinlachallee war ich schon länger begierig darauf, die Namensgeberin zu paddeln. Der Regen der letzten beiden Tage hatte den Pegel der Steinlach ordentlich steigen lassen. 
Also machten wir uns zu fünft auf den Weg, zwei in Kajaks, drei in Kanadiern. 



Die Einstiegstelle in Dußlingen war schnell erreicht, quasi fast vor der Haustüre. Ein Auto hatten wir am Ziel beim Finanzamt in der Steinlachallee stehen lassen. Die Steinlach ist ein schnell fliessender Kleinfluss mit zahlreichen kleinen und größeren Naturstufen. Ich fuhr wie schon auf der Eyach im Probe 12. Als ich bald nach dem Einstieg hinter ein paar Stüfchen ein Kehrwasser ansteuerte, hielt ich mich an einem Stein, der etwas vom Gras überwuchert wurde fest.
Als ich mir den Stein etwas näher anschaute, viel mir auf, dass er ein eigenwilliges Muster hatte. Mir fiel ein, im Flussführer wurde erwähnt, dass es in Ofterdingen Versteinerungen zu finden geben soll. Das ist zwar einige Kilometer oberhalb der Stelle, aber eine Versteinerung war es trotzdem - allerhand! Die beiden etwas verzwickteren Stufen schauten wir uns zunächst vom Land an. Sie waren problemlos zu befahren. Wir hatten unterwegs auch einen Baumverhau zu überwinden. Es hatte hier wohl Windbruch gegeben, einige Bäume wurden auch herausgeschnitten, jedoch an uns arme Paddler hatte niemand gedacht. Wir trugen es mit Fassung. 


Die Schwierigkeiten nahmen ab, die Naturstufen wurden kleiner, gelegentlich luden kleine Surfwellen zum Verweilen ein. Am Ortseingang von Tübingen mussten wir ein Steilwehr mit enormem Rücklauf umtragen. Gleich nach dem Wehr gab es noch einen Abfall, den wir noch mitnahmen. Danach ist die Steinlach kanalisiert. Bedingt durch den Wasserstand gab es jedoch ein paar Wellen und auch ein paar Kehrwässer hatten sich dort gebildet, wo die Uferbefestigung schadhaft ist und das Hochwasser sich Platz verschafft. 

Am Fussballfeld sorgte unsere Vorbeifahrt wir für willkommene Abwechslung. Noch zwei drei Brücken und wir fuhren bei uns am Haus vorbei. Leider schaute grade niemand zum Fenster raus. Wir hatten uns angekündigt und zum Kaffee angemeldet, jedoch hinkten wir ca. eine Stunde unserem Zeitplan hinterher. Nach dem wir dann am Finanzamt ausgestiegen und die Autos in Dußlingen geholt hatten, gab es jedoch nicht nur den versprochenen Kaffee, sondern auch super Schokokuchen. Herz was willst du mehr! 

Vielen Dank fürs Kuchenbacken!

Mehr Infos, wie immer auf Axels Paddelblog!

Sonntag, 14. April 2013

Erster (gefühlter) Sommertag

Nach dem es jetzt lange Zeit ruhig war hier, sind wir heute mal endlich wieder zum Paddeln gekommen. 
Unser Frankreichurlaub über Ostern fiel ja relativ kurz aus und gepaddelt sind wir auch nicht. Es war uns zu kalt und die Drôme hatte für unser Empfinden zu viel Wasser. Daher rückten wir nach zwei Tagen wieder ab. Auf Axels Paddelblog findet sich ein sehr ausführlicher Bericht über das Open Canoe Festival an der Drôme. 
Aber zurück zu heute. Der Neckar hat Hochwasser und wir kämpften uns hoch zur unteren rauen Rampe. Dort angekommen stellte ich mit Entsetzten fest, dass ich mir eine Blase erpaddelt hatte. Wieder mal an einer unmöglichen Stelle. Ja so ist es halt wenn man lange nicht im Boot saß. Wir hatten keine Lust, nach oben zu umtragen und waren auch nicht matschsicher gekleidet. Deshalb übten wir im Schwall der rauen Rampe etwas Seilfähre und machten ein paar Kehrwasserübungen.